27-28.01 Montag / Dienstag


Wir kuscheln insgesamt zwei Nächte auf dem neuen Stellplatz. Der gestrige Tag wird von meinerseits zu Schrauberaktivität genutzt.

Im Schweden befanden sich ein Paar Sachs-Federbeine unter einer der Sitzbänke. Ich haben die einfach mal im Auto gelassen, bevor es auf die Fahrt ging. Die wird sich einer nicht ohne Grund da mal reingelegt haben. Und ja, der Schwede fährt sich schon etwas schwammig. Und jetzt nach den Offroadeinlagen und dazu noch 2000 km nicht gerade beste Straßen in Portugal, aber auch schon vorher in Spanien musste das WoMo so einige schlechte Straßen bewältigen, hatte ich das Gefühl, das Fahrverhalten wird immer ärger.

Also schmeiß ich mich an und unter den Schweden und schraube mit langen Armen und verbogenen Rücken die alten Stoßdämpfer vorne ab. So um die Räder herum ist das zwar möglich, aber bequem ist etwas anderes. Der weibliche Teil der Schwedencrew macht derweil mit dem Zimmermannteam einen Ausflug nach Portimao rein. Endlich gibt es ein paar Schuhe für die Sonja und auch Mascha bekommt ein Paar. Die Plastiktütenlösung über ihren Verband hält nämlich meist nicht lange, bei der zappeligen Mascha.

Die französischen, britischen und niederländischen Nachbarn, meist etwas älteren Semesters, schauen etwas entrückt auf den „crazy german“ der da im Dreck unterm Auto liegt. Aber sie bieten auch Hilfe an. „Thanks,thanks…. no problem...“

Und dann hat der Schwede ein paar neue Stoßdämpfer vorne. Und betört uns heute Vormittag mit einem gänzlich anderem Fahrverhalten. Um Welten besser als vorher… Menno, ich hatte irgendwann in Spanien schon mal überlegt die „Sachs“ einzubauen…



Apropos Spanien. Die Wettervorhersage verspricht lediglich zwischen Faro in Portugal und Malaga in Spanien in den nächsten Tagen richtig schönes Wetter. Wir haben mal wieder Bock auf richtig in der Sonne hocken. Und ganz viele Zufahrten zu den Stränden an der Algarve sind mittlerweile mit neuen Schildern an den Straßen für Wohnmobile gesperrt. Die machen jetzt echt ernst, die Portugiesen….. Aber wir waren schon längst wieder in Spanien angelandet, als uns letztere Info erreichte.

Vormittags gab es noch in einem Campingshop einen neuen Verschlussdeckel für den Wassertank. Blendend Weiß leuchtet er nun am Heck des Schweden. Dann geht es irgendwann gegen frühen Nachmittag wieder über die Brücke am Guadiana und flupp haben wir es eine Stunde später, weil wir wieder in einer anderen Zeitzone sind. Jetzt zeigt die Uhr im Schweden wieder Ortszeit an.

Wir steuern einen Platz ganz an der Landspitze hinter Punta Umbria an und entschließen uns sofort, wieder aufzubrechen. Der Blick auf die Industrieanlagen von Huelva ist jetzt nichts für die Besatzung des Schweden. Also geht es nach kurzer Hunderunde noch mal ein Stück weiter, wieder westwärts und dann parken wir an der A 5052 direkt am Strand . Hier gibt es einige größere Parkplätze an den Strandbars. Im Winter sind die Hotelkomplexe geschlossen und nur ein paar vereinzelte WoMo‘s teilen sich die sandigen Plätze. Keine Gäste in Sicht für die Bar‘s die demzufolge meist geschlossen haben.

Leider haben die Meteorologen nicht ganz Recht behalten, mit dem wolkenlosen Streifen. Hier ist es auch bedeckt. Weit draußen auf dem Atlantik scheint die Sonne. Ein Blick auf die Vorhersage lässt erkennen, das sie ihre Meinung zur Sonnenscheindauer für den morgigen Tag auch revidiert haben. Nix mit 9 Stunden, jetzt steht da nur noch was von drei Stunden….


Playa de la Bota

29.01. Mittwoch


Dicker Nebel liegt heute früh auf dem Land. In aller Ruhe frühstücken wir und machen uns dann auf etwas Bildung zu erfahren. Denn wir steuern den Schweden durch Huelva nach La Rabida. Der Ort an dem die originalgetreuen Nachbauten der drei Schiffe der „Kolumbusflotte“ liegen, mit denen er in See stach, das legendäre Indien auf der Westroute zu erreichen.

Tja… und wenn man vor den Schiffen steht, denkt man sich. Was ? Mit diesen Kähnen sind die über den Atlantik ? Die Santa Maria macht ja noch ein bissel was her, aber die Pinta und die Nina sind eher zwei größere Boote, denn Schiffe.




Wer noch mehr Bilder zu dem Thema schauen möchte, muss den folgenden Link anklicken.


Der Ort ist nett gemacht. Es gibt auch nachgebildete Hütten und Eingeborene auf der Bugseite der Schiffe. Auf der Heckseite ist ein mittelalterlicher Markt mit Schmiede, Brötbäckerei usw. nachgebildet.

Da die Hunde logischerweise nicht in den Museumsbereich mit hinein dürfen, wollen wir noch eine große Runde in dem Park drehen, der sich auch auf dem weitläufigen Areal befindet. Der Nebel hat sich gelichtet und die Sonne scheint. Und ein ganz leichter Windhauch hat eingesetzt. Der allerdings bringt einen Gestank aus Huelva herüber, das man es fast nicht aushalten kann. Die Luft schmeckt förmlich nach allerlei Chemie. Schade, denn der Ort an sich ist sehr schon angelegt Doch wir verlassen auf kürzestem Weg La Rabida und machen uns auf in das 45 km entfernte Urlauberstädtchen Matalascanas. Dort suchen wir uns einen Parkplatz am nordöstlichen Ende der Stadt, direkt am Zaun des Nationalparks. Der Solarkoffer wird in Stellung gebracht und dann schnapp ich mir den Egon für eine zweistündige Wanderung entlang der Dünen am Atlantik. Sonja leistet der immer noch nicht wandertauglichen Mascha am Schweden in der Sonne Gesellschaft.

Für mich und Egon geht es ein paar Kilometer am Playa de Castilla entlang. In der Ferne leuchtet die Urlaubermetropole Matalascanas…..



30.-31-01 – 10.02 Donnerstag Freitag Samstag


Uns wurde der Rio Tinto vom Zimmermannteam empfohlen. Der liegt ein wenig im Innenland, in der Nähe eines riesigen Bergbaugebietes.

Im Fluss sind so einige Erze gelöst, was ihm eine bestimmte Farbe verleiht und auch das Ufer lässt die Erze erahnen.

Das Gebiet ist super zum wandern, also schnapp ich mir die beiden Hunde und drehe am Nachmittag noch eine Runde.

Echt eine sehr schöne Ecke.



Apropos Hunde, Sonja bellt seit zwei Tagen wie ein andalusischer Hofhund, und auch sonst geht es ihr nicht prächtig. Und so kommt es, wie es kommen muss, wenn man auf 12 qm zusammenlebt. Ich stecke mich an. Jetzt sind wir beide echt außer Gefecht gesetzt.

Trotzdem fahre ich gestern noch knapp 130 km um nach Pomarao zu gelangen,einem Nest direkt hinter der portugiesischen Grenze mit einem schönen Stellplatz direkt am Guadiana. Da versuchen wir zu pennen.


Heute morgen überlege ich, ob ich in meinem Zustand überhaupt fahren soll, aber ich mach noch die 20 km bis Mertola. Da haben wir uns auch wieder einen Stellplatz am Fluss gesucht. Die Sonne scheint, die Batterie lädt und wir hocken lieber drinnen…..

Nun schaun wir mal ob wir das hier jetzt aussitzen. Mertola ist wirklich ein schicker Ort und der Stellplatz ist okay, wenn auch Kuschelcamping. ;)



02-04.02 Sonntag, Montag , Dienstag


Da stehen wir also in Mertola und versuchen uns „auszukurieren“. Der Sonntag wird richtig heiß. Und das liegt nicht nur an unseren Körpertemperaturen. Die Sonne dreht voll auf, nachdem sich der Nebel verzogen hat, der Nachts und Vormittags im Flusstal waberte.

Im Schweden sind sage und schreibe glatte 30 Grad. In der Sonne sitzen geht aber nicht. Aber wir wagen etwas anderes. Nach kurzer Überlegung machen wir uns auf um in etwa 700m die nächste Waschstation zu erreichen. Wir parken ja unten am Fluss und Mertola liegt auf einem Berg. Das heißt, es muss steil bergan gelatscht werden. Wir verteilen unseren Berg Wäsche auf zwei Taschen und machen uns dann auf den Weg. Ganz langsam und arg schnaufend… wie Oma und Opa ;)

An der Lavanderia angekommen packen wir die 18Kilo-Maschine und trauen uns dann sogar noch höher hinauf in das Zentrum. Bis zum Castel. Dann mahnt uns die Uhr zur Umkehr. Wir gönnen uns noch ein Eis aus der Gefriertruhe einer Bar und stiefeln den Weg zurück. Dann noch mal 20 min auf den Trockner warten. Der hat aber gar nicht getrocknet sondern die Wäsche nur mit kalter Luft beblasen. Deshalb ziehen wir uns eine Leine neben dem Stellplatz. Ich wollte ja erst direkt vom Auto zu einem Pfeiler hin, aber wir einigen uns auf die Baumvariante. Ich denke eine gute Entscheidung, denn etwas später cruist die GNR in einem fetten Geländewagen vorbei. Sie grüßen nett und drehen ihre Runde.

Und wir entscheiden uns Montags weiter zu reisen. Das nächste Ziel ist nicht allzu weit. Eigentlich wollte ich schon am Sonntag dort sein, weil auf den Tag genau vor acht Jahren stand ich schon mal auf den Felsen und durfte mich über den geilen Anblick und die herrliche Landschaft am Pulo de Lobo erfreuen.

Der Guadiana hat sich dort durch ein paar hochstehende Felsplatten fressen müssen und stürzt rauschend über einen Wasserwall und durch Röhren einige Meter in die Tiefe um danach durch mehrere Engstellen zu fließen.


Engstelle hinter dem Wasserfall


Die Fahrt hinunter zum Pulo de Lobo kann man auch mit einem Wohnmobil machen. Man darf nur nicht ängstlich sein. Es geht zwar an ein paar Stellen etwas steil bergab und es ist auch „nur“ eine Offroadstrecke, also kein Straßenbelag, doch wir hatten an keiner Stelle irgend welche Probleme. Das Wenden auf dem unteren Parkplatz, direkt beim Wasserfall dürfte auch noch mit deutlich mehr als sechs Metern Länge klappen.

Also empfehle ich jedem, der in Potugals Süden ist, diesen Abstecher zu machen. Man verbringt eine Nacht in absoluter Ungestörtheit von irgend welchem Zivilisationsgeräuschen….und auch ohne Handynetz ;)


Stellplatz am Pulo de Lobo


Heute Vormittag brechen wir dann auf, weiter Richtung Norden. Jetzt wollen wir auf den Spuren der indigenen Völker wandeln. Oder sagen wir besser, der vorzeitlichen Völker.

Im Bereich von Evora liegt der größte Steinkreis auf der iberischen Halbinsel und ein paar Menhire stehen auch herum und zu guter Letzt gibt es noch Dolmen, hier Anta genannt.

Das alles möchten wir uns die Tage antun….

Deshalb fahren wir grob in Richtung Evora. Bei Oriola an einem Stausee machen wir Mittag und chillen eine Weile. Bis ein Bauer mit Trecker vorfährt. So ein kleiner Trecker, ohne Führerhaus.  Einen gelben Plastikbehälter hat er auf der Ackerschiene, und einen Papiermundschutz vor der Gusche. Er schaltet seine Pumpe ein, winkt uns zu, wir sollen ruhig an Rastplatz sitzen bleiben, nimmt die Handspritze und dreht eine Runde um die jungen Bäumchen, eine dicke Nebelschwade über das Land legend….

Wir packen zusammen und fahren über Viana de Alentejo, wo es noch einen Stop am Intermarche gibt, nach Guadalupe. Dort landen wir den Schweden auf dem Parkplatz des „Centro Interpretativo dos Almendres“ an.


05.02 Mittwoch


Der Alentejo Beixo ist eine steinreiche Gegend. Ein paar davon wurden vor langer langer Zeit hübsch arrangiert ;) Und davon haben wir uns ein paar heute angeschaut.


Also jetzt mal im Ernst, es ist immer wieder schier unbegreiflich wie die vor mehreren tausend Jahren solch tonnenschweren Felsbrocken bewegt und vor allen Dingen, auch noch zu Dolmen aufgestapelt haben. Manch einer vermutet ja das die damaligen Völker Unterstützung von fremden Mächten hatten ;)

Wir hatten jedenfalls Unterstützung von unserem Schweden, um die Orte der heutigen Sehnsucht zu erreichen. Auf holperigen Offrodstrecken geht es erst einmal zum Menir dos Almendres. Stolz steht er da. Steil aufgerichtet, seine Spitze in den Himmel streckend…..


Nach uns kommen noch ein älteres Pärchen und zwei junge Damen am Stein an. Ich mache mir das Vergnügen und achte in dem Augenblick wenn die Damen den Stein zum ersten mal erblicken, auf ihre Ausdrucksweise in den Augen… Alle haben sie diesen „Wow-das-ist-mal-ein-(Stein)......Blick „ ;)

Warum ?

Entscheidet selbst….



Nach dem imposanten „Hinkelstein“ geht es noch einen Kilometer weiter auf der Piste und wir erreichen den Parkplatz am Cromeleque dos Almendres. Hier stehen knapp 100 Steine in zwei Steinkreisen angeordnet. Ein magischer Ort, stehen doch auch diese Steine schon mehrere tausend Jahre hier. Wir verweilen einen ganze Zeit hier in der Steinsetzung und lassen das ganze auf uns wirken. Ab und an kommen noch andere Leute. Rein in den Kreis...ein zwei Fotos schießen, weiter hetzen… Hm…. Ich dachte immer die Südeuropäer haben die Ruhe weg.

Wir schlendern zum Schweden zurück und dann geht es die Piste zurück bis nach Guadelupe und von dort nach Valverde. Kurz hinter dem Ort ist eine größere Anlage mit Stallungen usw. von der Universität Evora. Da zwischen den Ställen parken wir und schnappen uns die Hunde um zu einem großen Dolmen zu laufen. Der liegt in keinem Kilometer Entfernung und wird bald erreicht. Der „Anta Grande do Zambujeiro“ ist wirklich imposant. Die „Halle“ wird aus mehreren flachen aber mehrere Meter hohen Felsen gebildet, die ähnlich Blütenblätter einen Kelch bilden. Also das so hinzustellen bedarf schon mehr als paar dicke Urmenschenoberarme und einem Urochsen ;)


Zurück am Auto entscheiden wir uns, das wir hier an den Ställen nicht Mittagsrast halten möchten und fahren zwei Kilometer zurück nach Valverde. Da gibt es einen Picknickplatz. Na gut, der hat wohl bessere Zeiten gesehen. Aber ich reinige die Steinbänke und den Tisch, auf dem noch eine Tischdecke kommt und dann speisen wir „fürstlich“ im Freien. Es gibt Reis mit süchtig machender Roquefort-Souce und Brokkoli…

Das ganze sieht auf Reisen dann so aus….



Nach obligatorischen Mittagskäffchen und dem Abwasch geht es weiter in die nicht weit entfernte Stadt Evora. Die Stadt, in der man der Kathedrale auf‘s Dach steigen und somit die Altstadt überblicken kann. Allerdings kommen wir erst kurz vor Schließung der Kathedrale dort an. Die Kassiererin versichert uns zwar, wir schaffen es in der verbleibenden knappen halben Stunde noch, den Turm zu besteigen. Aber hetzen wollen wir dann doch nicht. Wir schlendern lieber noch um den romanischen Tempel, gönnen uns wieder eine Eis und drehen noch eine Runde durch die Altstadt.

Zurück am WoMo merken wir, das wir für heute auch genug per zu Fuß erkundet haben.So richtig fit sind wir noch nicht.


06.02 Donnerstag


Wir fliegen heute förmlich auf der IP2 dem „Parque Natural da Serra de S.Mamede“ entgegen. Nach dem Frühstück in Evora gibt es die komplette Entsorgungsorgie auf dem dafür vorgesehenen Servicepunkt. Mal unter uns. Grauwasser ein zwei Tage länger im Tank stinkt echt mindestens genauso übel wie Klo…

Wir laufen noch einen Lidl an und dann schiebt sich der Schwede sachte brummend durch Evora. Schon dort sucht er sich sein Fahrwasser auf der IP2 und das bleibt noch eine ganze Weile so.

Ich möchte heute hoch hinaus. Bis auf knapp 900m in den oben schon erwähnten Nationalpark. Dem Rest der Crew habe ich die Route einfach verschwiegen ;) Ich hoffe die Überraschung gelingt. Und wie sich später heraus stellt, gelingt die Überraschung absolut.

Die frische Luft heute morgen scheint dem Schweden ordentlich zu gefallen. Immer um die 80 km/h herum fliegen wir für einen DüDo quasi über die IP2. Und dann taucht der Ort Marvao auf. Hoch oben thront er auf einem Felsen, integriert innerhalb der alten Wehrmauer gleich neben dem Castel. Ich sage „Guck mal da, sieht geil aus...oder ? „ Antwort in etwa „ja, sieht krass aus. Willst Du da rauf ?“ „Keine Ahnung, ich war hier noch nie, ich will in ein Dorf Namens Marvao…….könnte sein“

Souverän schnaubt der Schwede die letzten Kilometer bergan und dann werfen wir Ankerauf dem offiziellen Stellplatz des Ortes. Man blickt aus der Führerkabine weit, sehr weit in das Landesinnere. Was für eine Aussicht…. Auf dem Stellplatz selbst ist alles nicht mehr im taufrischen Zustand, aber das sind wir ja auch nicht, also passt das dann wieder ;)


Blick nach Santo Antonio das Areias und auf das portugisisch/spanische Grenzland




Mittagessen, Kaffepause, Abwasch und Bude sauber machen, dann geht es irgendwann mit den Hunden hinauf in Richtung Castel. Der Ort Marvao liegt innerhalb der begehbaren Festungsmauer. Wir laufen durch den schicken, kleinen Ort bis zum Castel und dann etwa zwei Drittel der Wehrmauer entlang, zurück zu unserem Einstieg in die Wehranlage. Ich bin hin und weg von einer sprudelnden Quelle auf der anderen Seite des Ortes, also gegenüber liegend vom Castel. Da ganz oben, hinter einer Kirche presst sich einfach ein frisches klares Nass aus dem hoch aufragenden Felsen und plätschert hinunter. Da kann so ein Flachländer schon mal schwach werden. Ich möchte auch so einen Felsen auf dem Hof haben….


07.-08.02 Freitag / Samstag


Am Lauf des Zezere.

Schon gestern gegen Mittag kommen wir, immer der IC8 folgend bei Pedrogao Grande am zweitlängsten Fluss von Portugal an.

Der Zezere besticht durch seine türkis- bis smaragdgrünen Farbvarianten, wenn er sich wild schlängelnd durch sein Flussbett schiebt. An verschiedenen Stellen ist der Zezere aufgestaut, so auch dort bei Pedrogao Grande. Hinter der Talsperre Cabril liegt ein schöner Stausee. Wir nutzen den Parkplatz in der Nähe der Talsperre, der zur dortigen Strandbad gehört und machen erst mal Mittag. Der Platz ist jetzt nicht schlecht, aber es gibt in der Nähe bestimmt noch etwas besseres. Also schau ich in die digitale Karte und entdecke nur zwei Kiometer weiter auf einer Landzunge einen klitzekleinen Parkplatz mitten im Stausee. Dorthin lassen wir den Schweden schnaufen, noch bevor es den obligatorischen Mittagskaffee gibt. Den gönnen wir uns auf der Landzunge. Die Hinfahrt auf dem engen Weg, so direkt am Abhang fühlt sich zwar abenteuerlich an, aber ist durchaus machbar.

Tja, die Idee den Freitag Nachmittag dort auf der Landzunge zu verbringen, hatten auch drei junge Männer, die gerade einen Batzen Würstchen am Grillen haben. Ganz augenscheinlich gehen sie dem Angelsport nach, denn mehrere Angeln liegen im Wasser. Wir glauben, sie werden dann wohl später in ihr Partywochenende starten wollen und somit haben wir dann die Landzunge für uns. Aber falsch gedacht. Nachdem sie ihre große Tüte Grasvorrat begutachtet haben und auch schon der erste durchaus würzige Duft die Nasenschleimhäute kitzelte, fangen sie an ihr Zelt zu errichten.

Na dann wollen wir nicht stören und starten den Schweden. So richtig glücklich hatten die drei eh nicht drein geschaut, als wir dort anlandeten. Auch die Einladung zum Kaffee wurde wehement ausgeschlagen. Und es ist ja „ihr Platz“…..

Wir brummen über die Staumauer und ich will dann an die andere Seite des Barragem. Aber dort ist die Straße gesperrt, weil ein Teil des Asphalts unterspült ist. Und da es dort so einige Meter steil in die Tiefe geht, verzichte ich diesmal auf die Actioneinlage…

Wir brummen einfach noch ein paar Meter, ich sehe ein Hinweisschild auf einen Ausguck und so schiebt sich der Schwede im dritten und zweiten Gang steil einen Berg hinauf, bis wir auf dem Parkplatz am Monte Nossa Senhora da Confianca oberhalb von Bairro do Cabril den Anker werfen.

Der Ausblick ist schön, die Zikaden machen einen Alarm das man denken könnte, das sei nicht natürlichen Ursprungs und die Kirchturmuhr vergnügt uns zur jeder vollen Stunde mit ihrem Klang….


Heute Vormittag geht es dann weiter auf den Spuren des Zezere. Ich stand schon mal eine Nacht an seinem Ufer und der Ort liegt nur ein paar Kilometer nördlich. Nördlich passt, denn das wird noch ein paar Tage unsere grobe Richtung sein. Es geht ein Stück die IC8 zurück und bei Serta dann auf die N. Irgendwann geht es dann auf eine kleine Landstraße die sich über die Berge windet. Am Örtchen Cambas angekommen haben die Bremsen des Schweden eine Pause nötig. Sie scheinen ganz schön in‘s „schwitzen“ gekommen zu sein, jedenfalls riechen sie so ;)

Den Platz habe ich schnell wieder gefunden, allerdings hat es sich hier richtig verändert. Damals war das noch ein Stellplatz unten am Fluss, versteckt zwischen Bäumen und auch die Berge auf beiden Seiten des Flusses waren von Wald bedeckt. Der ist dem großen Feuer zum Opfer gefallen. Überall stehen noch ein paar Baumgerippe herum, ansonsten wächst nur ein wenig Gestrüpp.

Und vor kurzem muss der Fluss richtig Hochwasser geführt haben, denn bis auf mehrere Meter hoch hängen Grasreste und Zweige in den Bäumen. An der Brücke und an anderen Stellen liegen meterdicke Treibholzteppiche. Die Natur hat hier in letzter Zeit also arg gezeigt, wer der Boss ist…

Wir machen Mittag, dann Pause und große Hunderunde. Heute Nacht wird uns der Zezere in die Träume rauschen….



______________________________________________


Samstagabend


Heute möchte ich Euch einmal eine Geschichte erzählen.

Die Geschichte unseres Mittagskäffchens, so wie wir ihn heute zelebrieren.

Ein Kaffee zum Mittag ist schon lange Tradition bei uns. Dann macht man ein Päuschen und hetzt nicht gleich nach dem Essen dem Tagwerk hinterher. Das ist eine gute Sache….

Seit Sommer 2018 trinken wir unseren Kaffee mit aufgeschäumter Milch. Denn das hat einen ganz besonderen Grund. Unser bester Freund trat im Sommer 18 ganz plötzlich und unerwartet seine letzte Reise an. Er war ein Genießer. Und deshalb hatte er mehrere Milchaufschäumer für den Kaffee. Und irgendwie „erbten“ wir nun einen dieser Milchaufschäumer. Und seitdem trinken wir Mittags unseren Kaffee mit aufgeschäumter Milch. Und jedes mal zum Mittagskäffchen ist er ganz nah bei uns, unser Kumpel Grabow. Und so nennen wir unseren Kaffee zum Mittag auch den Grabowkaffee…

So begleitet er uns schon die ganze Reise und nimmt Teil an unseren Mittagspäuschen. Und wir wissen, er freut sich für uns. Denn auch er liebte Reisen. Mehrmals im Jahr brummte er mit Freundin und Hund in einem riesigen 814er in unser verschlafenes Nest um ihren Urlaub bei uns zu verbringen und uns bei Arbeiten am Hof zu unterstützen….


Und wenn ihr jetzt genau in diesem Moment das Gefühl nicht los werden könnt, ihr solltet Euch mal wieder bei einem Freund / einer Freundin melden… Dann macht das, egal was die Uhr sagt…..



________________________________________

09.-10.02Sonntag / Montag


Fahrtage, auch wenn wir so gar nicht richtig Strecke machen. Aber wir fahren ja auch zum Teil über M- Straßen. Ich sag mal das M bedeutet, noch machbar ;) Für 50 Kilometer braucht man dann geschlagene zwei Stunden. Also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h ist angesagt. Ich gebe es zu, so‘n DüDo ist dafür nicht das richtige Gefährt. Der Schwede mit seinem kraftvollen Motor schiebt sich zwar meist im Dritten, manchmal auch im Zweiten jeden Berg hoch, aber die Bremsen kommen mal wieder an ihre Grenzen, wenn es von über 1000m in ein paar Kilometern hinunter geht um einen Fluss zu überqueren. Jedes mal ein paar hundert Meter Höhenunterschied sind zu bewältigen.

Aber irgendwann kommen wir gestern Mittag in der Nähe des Fraga de Pena an und machen eine kleine Wanderung zum besagten kleinen Wasserfall. Mal wieder eine tolle Gegend.


am Fraga de Pena


Mittag gibt es dann im Örtchen Benfenita und natürlich ein Käffchen….

Und weiter geht es auf der M518 immer durch ein Gebiet das völlig abgebrannt ist. Hier in dem Bereich haben die großen Feuer richtig gewütet. Bis an die Dörfer heran ist der Wald verschwunden. Die Hinweistafeln an den Straßen sind verbrannt. Es liegen Unmengen an verbrannten Baumstämmen umher. Das wird noch eine Weile in Anspruch nehmen, die ganze Gegend zu beräumen.

Wir fahren bis wir hinter dem Ort Tabua den Mondego kreuzen. Oder besser gesagt, biegen wir genau vor der Brücke rechts ab und rollen über historisches Gelände. Unter den Rädern haben wir nämlich eine uralte Römerstraße. Die kreuzte hier an einer Engstelle den Mondego. Durch das Aufstauen des Mondego viele Kilometer Flussabwärts, wurde die Brücke überschwemmt. Ein Teil der alten Straße kann man immer noch bewundern. Die hatten was drauf die alten Römer, aber das hatte ich ja schon an anderer Stelle erwähnt. Ich würde gern mal schauen was denn die Straßen der heutigen Hochtechnologiezeit in 2000 Jahren so machen, bzw. was dann davon noch übrig ist.


die Estrada Romana am Mondego


Heute früh liegt Niesel über dem Wasser. Wie unschön, also weiter geht es. Immer grobe Richtung Norden. Ich habe einen Servicepunkt ausgemacht und den laufen wir an. Wieder geht es auf und ab aber dann landen wir irgendwann in Lamego und finden nach kurzer Suche den Parkplatz an dem die Servicestation sich befindet. Also weg mit Schwarz- und Grauwasser….

Dann noch mal 22 km die es in sich haben. Steil geht es hinunter zum Duoro. Der wird gequert und auf der anderen Seite suchen wir uns ein Plätzchen am Wasser. Im Örtchen Rede. Allerdings lässt uns das Wetter doch noch mal starten. Der Platz am Fluss ist wirklich schön, das Wetter allerdings bescheiden. Also geht es etliche Kilometer im dritten Gang wieder hinaus aus dem Duorotal. Rein in die Wolken. Die Sicht beträgt nur ein paar Meter. Zum Teil bereue ich, noch mal gestartet zu sein, aber da muss ich nun mit durch….

Und so landen wir dann am späten Nachmittag am Parkplatz des Aussichstpunktes des Fisgas de Ermelo, Portugals Wasserfall, der die meisten Höhenmeter überwindet.

Kurzer Blick auf den Wasserfall und dann wird es auch schon dunkel. Da wir heute Vormittag einen Lidl angelaufen sind, gibt es wieder frisch zubereitetes Gemüse zum Abendbrot. Heute Mittag gab es nur Brötchen.

Feierabend, morgen hoffen wir auf ein wenig besseres Wetter, damit wir zu den Pools wandern können, den der Wasserfall auf seiner Reise die Felsen hinab, in tausenden von Jahren ausgewaschen hat….




11.-12.02 Dienstag / Mittwoch



Das Wetter spielt mit und so können wir Dienstag Vormittag die Wanderung zum Wasserfall machen. Es geht erst mal eine Weile steil den Wanderweg bergan und dann hört man schon das Rauschen des Fisgas de Ermelo. Durch den Frühnebel ist der uralte Granit ziemlich rutschig, Die Erdschichten hier stammen aus der Zeit Gondwanas und sollen damals ungefähr am Südpol gelegen haben.

Na ja, jetzt sind sie jedenfalls bis zu 1000m hoch aufgetürmt und zum Teil zerbröselt und mitten hindurch hat sich der Rio Olo seinen Weg gebahnt.

Da der Abstieg zu den Becken nicht ganz ungefährlich ist, man muss ein Stück am Felsen „klettern“ , versucht sich nur der Flachländer am Abstieg. Die Fränkin und die Hunde bleiben weiter oben.

Ich weiß aber das man da runter kommt, stand ja schon mal an den Pools. Und da unten zu stehen ist ein wirklich berauschendes Erlebnis, im wahrsten Sinne des Wortes, denn rauschen tut es dort ordentlich.


eines der Badebecken am Wasserfall


Auf dem Rückweg zum Wanderparkplatz begegnet uns eine riesige Ziegenherde. Der Hirte beweidet mit ihr den Nationalpark. Also wir schätzen die Herde auf locker 200 Ziegen. Langsam und immerzu mit den Glöckchen klingelnd schiebt sie sich auf dem Weg vorbei. Mittendrin der grüßende Hirte. Aber wo sind die Hütehunde ? Die kommen ganz zum Schluss. Vier große Exemplare bilden das Schlusslicht der Herde und sind erst mal ganz interessiert an uns und vor allem an Mascha und Egon. Der Hirte ist schon vor Minuten vorbei gegangen und da wird uns doch ein wenig mulmig. Wir meckern die Hunde einfach an, die meinen erst mal ihre Stimme ertönen zu lassen. Wir meckern sie weiter voll und irgendwann ruft und pfeift auch der Hirte… Sie ziehen weiter. Begegnen uns beim Abstieg aber noch zwei mal ;)


Wir machen Mittag und dann geht es weiter über kleinste Straßen und durch „steinige Bergdörfer“ immer auf und ab in Richtung Braga. Kurz vorher laufen wir in Povoa de Lanhoso den offiziellen Stellplatz des Ortes an. Da gibt es einen Servicepunkt und sogar Stromsäulen. Von der Sonne wurden wir die letzten Tage ja nicht gerade verwöhnt und somit könnten wir ein wenig Strom, den die Stadt hier umsonst zur Verfügung stellt, gut gebrauchen. Leider haben wir den passenden Adapter nicht bei. Wir laufen noch eine Weile durch den Ort und kehren dabei bei einem Elektrikfachhandel ein. Der junge Mann hätte sogar alle Komponenten da, um so einen Adapter zu basteln, doch für ein paar Stunden Strom zu ziehen, entscheide ich das dies unwirtschaftlich ist. Zumal zu Hause so ein Adapter vorhanden ist ;)


Heute morgen dann geht es immer Richtung Norden, in Richtung Spanien. Ich will es noch mal mit einer heißen Quelle probieren und die „Termas do Bano“ in der Nähe von Bande, werden als Tipp bei den Reisenden hoch gehandelt. Von unserem Schlafplatz aus, geht es auf direktem Weg erst über die N304 und dann über die N308-1 in Richtung Spanien. Das ist mal ein absolut geiler Weg um uns von Portugal zu verabschieden. Die Straße windet sich durch das Gebirge und irgendwann kommt man sich vor wie im Märchenwald. Am Straßenrand erkennen wir mehrere Wasserfälle. Gegenverkehr existiert praktisch nicht. Kurve an Kurve, Serpentine an Serpentine und nur ein Fahrradfahrer wird am Berg überholt, als ich mal kurzzeitig in den dritten Gang schalten kann. Dafür braust er kurze Zeit später an uns vorbei, als es wieder bergab geht. Ich lass den Schweden gegen den dritten Gang rollen um die Bremsen zu schonen und der Junge auf dem Rad hat bedeutend mehr Geschwindigkeit drauf als wir mit unseren 30 km/h. Er macht mit seinem „Einbaum“ sozusagen richtig Knoten. Die Gegend wie verzaubert mit Flechten an den Bäumen, plätschernde Bäche an der Straße, Efeu hat die Stämme der Bäume besiedelt, an jeder Ecke eine gefasste Quelle und die Sonne hat die Wolken durchbrochen . Was für ein Abschluss...

Machs gut Portugal……


Und so rollen wir gegen Mittag an dem Thermalbad ein, das schon die alten Römer gebaut haben. In mehreren Becken kann man hier der heißen Badelust frönen und es gibt sogar steinerne Badewannen. Und ich denke, was ist das ? Hab ich mich auf den letzten Metern doch noch verfahren ? Da sind keine Becken. Da ist nur ein gut gefüllter Stausee. Das gesamte Gelände steht unter Wasser. Und wir parken sozusagen direkt an der Kante des Thermalbades. Die Anlage liegt über einen Meter unter Wasser. Ich kann erkennen, wo die heiße Quelle empor steigt und auch ein paar Mauern der Becken sind im Wasser zu erahnen. Tja, also wieder nix mit heißem Bad.



Wir wandern eine große Runde mit den Hunden, auch die Ausgrabungsstätte der römischen Siedlung liegt unter Wasser.

Zurück am Auto krempel ich die Jogginhose so hoch es geht und mach mich in‘s kalte Wasser. Aber zur Quelle im ersten Becken geh ich dann doch nicht. Das dürfte dann so bis Brusthöhe sein und als badetauglich möchte ich den winterlichen Stausee nun nicht bezeichnen….

Mittlerweile ist es dunkel, ein Käuzchen ruft und ein Bach gurgelt hier ganz dicht neben uns. Die drei „Vanliferinnen“ die hier heute standen sind weiter gezogen und wir hoffen das es heute Nacht nicht regnet und sich der Stausee noch mehr füllt. Das hier das Wasser manchmal noch mal einen guten „Meterfuffzig“ höher steht, kann man deutlich an der Uferzone erkennen.



13.-14.02 Donnerstag / Freitag


Was für eine Straße ! Den ganzen Tag fahren wir über die A8, die Autobahn die immer an der Nordküste Spaniens entlang führt. Auf der einen Seite der Atlantik, auf der anderen Seite die Berge Galiziens, Asturiens oder Kantabriens…. Das macht heute also richtig Laune. Wir sind mit knapp 80 km/h unterwegs und die Sonne scheint und die Gegend ist einfach umwerfend. Über unzählige Viadukte und durch einige Tunnels geht es immer an den Bergketten entlang, ab und an grüßt der Atlantik linker Hand da unten an der Küste.

Gestern war die Fahrt nicht so toll. Da es morgens total bedeckt ist und dann auch noch anfängt zu regnen, verwerfe ich den Plan im nur knapp 40 km von unserem Schlafplatz entfernten Ourense eine Freibad aus römischer Zeit anzulaufen. Da gibt es mitten im Ort nämlich besagtes Freibad mit heißen Quellen. Ja, ich habe es noch nicht aufgegeben, in diesem Winter in einer solchen zu baden. Aber dann kommt der Regen und ich habe echt keine Lust im Regen, in einem spanischen Ort der an einer „Felsschlucht“ klebt in dessen Altstadt, wo es laut Karte kaum Parkplätze gibt, das Freibad aufzusuchen. Also zuckeln wir nur kurz durch Ourense, weil wir dahinter auf die N 540 in Richtung Lugo abbiegen müssen. Und bei der Durchfahrt begrüße ich noch mal meine Entscheidung, die Suche nach dem Bad ausfallen zu lassen.

Es geht dann viele Kilometer im Regen einmal quer über Nordspanien. Man kommt sich vor wie in Mitteldeutschland. Der Wald der seine Blätterkleid abgeworfen hat, die bergige Landschaft und auch das Wetter passen gestern hervorragend… Nur die Architektur ist anders.

Irgendwann wechseln wir auf die A8 und bei Foro verlassen wir die Autobahn. Der Plan, der Sonne hinterher zu düsen geht auf. Selbige hat sich am Himmel sehen lassen. Ich hatte hier dicht bei der A8 einen Stellplatz bei einer Kirche auserkoren, sehe aber aus den Augenwinkeln ein Schild zum Praia de Las Catedrales. Und da fahren wir hin. Goldrichtige Entscheidung, die 268 km haben sich gelohnt ! Im schönsten Sonnenschein schlendern wir noch eine Runde am Strand und an der Steilküste entlang.


Praia de Las Catedrales


Am Abend bei Hochwasser werden wir von spektakulären Brechern an der Küste begeistert….

Und beim Duschen merke ich, mir gehen die Socken aus. Ist ja auch schon wieder 11 Tage her, als wir in Mertola die Lavanderia aufgesucht haben. Also oberstes Ziel für den Freitag, Wäsche waschen.

So verbringen wir wieder knapp zwei Stunden am Vormittag auf der A8 und landen gegen Mittag auf dem Stellplatz am Hafen von Gijon. Hier gibt es um die Ecke einen Waschsalon. Während ich Eierkuchen für unser Mittagsmal zubereite, geht der weibliche Teil der Crew die Wäsche waschen. Der Solarkoffer steht neben dem WoMo und unterstützt mal wieder die Solarplatte auf dem Dach bei ihrer Aufgabe.

Der Platz bietet alles was der WoMo-Fahrer begehrt. Waschmaschine in der Nähe, Wasser und Entsorgungsmöglichkeit für Grau- und Schwarzwasser. Nur eines bietet er nicht. Ruhe ! Der Platz liegt direkt am Kreisverkehr mit seiner Ausfahrt zum Hafen. Dementsprechend brausen hier etliche LKW‘s vorbei. Ganz augenscheinlich scheinen hier aber mehrere Wohnmobile für länger zu stehen. Ich kann es nicht verstehen…

Also machen wir uns so schnell wie möglich wieder auf. Schieben uns durch den Nachmittagsverkehr von Gijon bis zur A8 und brummen dann Richtung Osten. Irgendwann tauchen die Gipfel des Nationalparkes „Los Picos de Europa“ auf. Was für eine Kulisse ! Wir verlassen bei Nueva die Autobahn und fahren ein Stück zurück, an die Steilküste die etwas ganz besonderes zu bieten hat.

Hier haben sich die Wellen Gänge in das Karstgestein gefressen und bei Flut, wenn die Brecher gegen die Steilküste krachen, röhrt, pfeit, kreischt und „dampft“ es aus Löchern oben auf der Steilküste. Man fühlt sich wie am Rande der Hölle. Ganz geiles Ding ! Wir laufen noch eine Weile mit den Hunden umher. Um zu den Löchern zu gelangen müssen wir einen ganz kleinen Strand überqueren. Der Playa de Guadamia liegt etwas im Landesinneren und bei Flut kommen die Brecher bis hinter an den Strand. Das beschert mir ein paar nasse Schuhe, als wir den Weg über den Strand zurück nehmen müssen. Beim Hinweg waren die Wassermassen noch weiter entfernt, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann.



Wieder beim Schweden begutachten wir den hier toll angelegten Picknickbereich und stellen fest das auch hier ein paar Löcher im Boden röchelnde Töne hervorbringen. Und so werden wir die Nacht mit den Geräuschen der Brandung dort unten an der Küste verbringen, ab und an unterbrochen oder aufgewertet von dem Schnaufen eines gewaltigen Drachens, der dicht neben dem Schweden in der Erde zu wohnen scheint.


es "raucht" und zischt und röchelt gar arg aus einem Loch am "Bufones de Pria"


15.-16.02 Samstag / Sonntag


Zwischenfrage an die Nerds. Kann man ein Handynavi, also das was wohl die meisten benutzen von dem alles überwachenden Internetriesen mit G. Also kann man dieses Navi so einstellen, das „die Dame“ damit aufhört einmal gefundene Routen, die man sich anschaut und für fahrbar befindet, im Nachhinein zu ändern ? Irgendwie haben wir immer das Glück, das wir plötzlich doch woanders lang geschickt werden und es dann manchmal richtig eng wird für den Schweden. Warscheinlich ist die Strecke dann 3o m kürzer. Oder die Dame im Navi mag mich einfach auf die Probe stellen, ob ich denn den Schweden wirklich bugsieren kann...


einmal Hin.....


Und ich sag noch ...“Ähm...sind wir nicht gestern von rechts gekommen ?“

Bin aber genau in dem Moment wie „befohlen“ links abgebogen. Und dann gab es kein Wenden mehr… Was für ein Akt am frühen Tage….

Irgendwann geht der Weg komplett aus und ich muss in unzähligen Zügen wenden. Die Stoßstange nah an einem Baum um das Heck des Schweden zentimeterdicht an einem Haus aus Granitblöcken. Davon gibt es keine Bilder denn ich benötigte dringend einen Lotsen der mich einweist ;) Aber auf den zwei Bildern war mal kurz Zeit zum knipsen.

Dann geht es wieder zurück und ich nehme den Weg, den ich hätte gleich nehmen sollen….


und zurück auch noch mal....




Olle Spencer hat noch nie schnell aufgegeben, wie so‘n Terrier. Und diesmal haben ich mich einfach in das Thema verbissen, unbedingt diesen Winter in einer heißen Quelle zu baden. Ich habe recherchiert im Internet. Und mir lustige Googleübersetzungen von spanischen Websiten angetan. Und ich habe noch zwei Stellen gefunden, die ein Bad im Freien in einer heißen Quelle versprechen und die in etwas auf unserem Wege liegen.

Da wäre zum einen die heißen Badegumpen im Fluss Deva bei La Hermida. Also mal gucken wo die genau liegen. Na wie geil, in der längsten Schlucht Spanienes, nämlich in der Desfilado de La Hermida die sich der Fluss Deva gegraben hat. Das heißt, selbst wenn die  Quellen, bei unserer Schicksalslage in diesem Winter aus welchen Gründen auch immer, nicht zum Baden einladen, so ist doch die Fahrt dahin ein Erlebnis. Und eines sei gesagt…. Und was für ein Erlebnis. Diese Tour können wir nur jeden an das Herz legen, der hier in der Nähe ist. Einfach unbeschreiblich diese Fahrt durch die Schlucht des Rio Deva. Die Straße schlängelt sich mal links mal rechts vom Fluss direkt an den ewig hohen Felsen, die zum Teil so hoch sind, das kein Sonnenstrahl den Talboden erreicht. Was für eine krasse Gegend. Für einen Flachländer sowieso, aber auch die Fränkin an meiner Seite ist hellauf begeistert.



Dann kommen wir im Ort La Hermida an. Und gehen gleich mal unter der Brücke gucken, wo die Badestellen mit den heißen Quellen zu finden sind. Oder sollte ich sagen ...waren ? Ja, es ist tatsächlich so, das die Badegumpen zerstört sind. Ich denke auch hier haben die Unwetter ganze Arbeit geleistet. Plastik und Treibholz hängt zirka 2 Meter über der Wasserlinie in den Bäumen, also war hier ganz schön was los. Tja… und somit ist das die nächste Bademöglichkeit in einer heißen Quelle, die uns versagt bleibt. Ich kann es noch nicht ganz annehmen und so ziehen wir später noch mal mit den Hunden los. Die Socken bleiben zu Hause ! Ich will es wissen und steige tatsächlich in den eiskalten Gebirgsfluss. Ich will einfach zu den Quellen waten und schauen, ob das dort wärmer ist. Keine Ahnung, warum… Manchmal muss ein Mann halt tun was ein Mann tun muss ;) Aber auch hier würde mir das Wasser bis über den Bauchnabel gehen, bevor ich die Quellen erreiche und ich gebe es zu , das Wasser ist wirklich eiskalt. Es schmerzt direkt an den Beinen und so gebe ich auf. Tja, manchmal muss man halt auch einsehen, das es nicht sein soll….

Schon bei der ersten Tour zu den Quellen haben wir gegenüber beim Hotel in den Spa-Bereich des Hotels mit Thermalbad geluschert. Niemand im Wasserbecken… Eintrittspreise können wir nicht finden, nur halt so „Sparangebote“ von nur 170€ für die Nacht, oder so. So übernimmt der weibliche Teil der Crew die Aufgabe und geht an die Rezeption um zu fragen ob man das Thermalbad auch so nutzen darf. Dann wollen wir uns heute eben mal Wellness gönnen. Und ja, sie haben tatsächlich für eine halbe Stunde einen Termin frei. Wir dürften um 16.30 Uhr das Thermalbad nutzen. Macht dann 39 € pro Person….

Um die Zeit stehen wir etwa 10 km weiter in Lebena an einer schicken kleinen Kirche und gönnen uns und den Hunden einen Spaziergang durch das schicke Bergdörfchen. ;)


Iglesia de Santa Maria de Lebena


Abends kommt ein heftiger Wind auf, der die ganze Nacht den Schweden ordentlich durchschüttelt. Und so machen wir uns heute am späten Vormittag auf dem Weg, wieder zurück an die Küste. Begleitet von wirklich heftigen Seitenwinden, geht es auf der A8 immer in Richtung Bilbao. Zirka 50km vorher weist ein Schild auf einen Servicepunkt direkt auf einem Autobahnparkplatz hin, wo man Entsorgen und Wasser bunkern kann. Na das ist doch mal ein feiner Zug. Wir stoppen für die Entsorgung und dann geht es weiter bis nach Cobaron. Hier im Baskenland angekommen, suchen wir uns einen Wanderparkplatz als Stellplatz aus. Vom „Kobaron aparkalekua“ kann man herrlich an der Küste entlang wandern. Der Wind weht immer noch mit starken Böen aus Südwest und so fühlen wir uns ein wenig wie auf einem richtigen Dampfer, in der verspäteten Mittagspause. Danach gönnen wir uns und den Hunden einen längere Wanderung entlang an der Küste. Jetzt ist es dunkel aber der Wind hat nicht, wie angesagt nachgelassen. Noch immer schaukelt der Schwede, das die Federn knarzen…..



Karbaron aparkalekua



17.-18.02 Montag / Dienstag



Über Nacht hat es angefangen zu Regnen, der Wind hat auch nicht nachgelassen, sich nur gedreht und kommt nun aus Nordwest. Morgens stehen wir in einer großen Pfütze und ich muss erst mal einen Meter vorfahren, damit wir und die Hunde trockenen Fußes aus dem Auto kommen. Es hat sich drastisch abgekühlt. Gestern noch der warme Wind aus Südwest und nun die kalte, feuchte Luft aus Nordwest. Richtig ungemütlich.

Wir fahren trotzdem zu einem der Höhepunkte, der Nordküste Spaniens. Bei dem kalten Wetter sind vielleicht nicht allzu viele Leute dahin unterwegs, wo wir nun den Schweden hin lenken.

Schon gegen Mittag stehen wir auf einem Parkplatz, der eigentlich für WoMo‘s tabu ist, dicht beim Mirador San Juan Gaztelugatxe. Gleich nach dem Mittag gehen wir mit den Hunden vor zum Aussichtspunkt. Und dann sehen wir das, was man unbedingt besuchen sollte wenn man hier an der spanischen Nordküste seine Runden dreht.



Auf einer Klippe im tosenden Atlantik liegt hoch oben eine Kapelle. Sie ist nur über eine schmale Stiege zu erreichen, die irgendwann mal gebaut wurde. Davor konnte man nur bei Ebbe auf die Klippe kommen.

Gleich nach dem Mittag machen wir uns auf dem Weg. Erst mal muss man einen Berg hinunter, der mit 35% wirklich ein gutes Gefälle aufweist. Zu Beginn des Wanderweges weist ein großes Schild darauf hin, das man bei schlechtem Wetter den Weg bitte nicht bewandern soll. Schon weiter oben steht ein Schild, auf dem man aufgefordert wird, die Wanderung nur mit festem Schuhwerk anzutreten. Na da hab ich ja Glück, das ich heute mal nicht in Chinschlappen unterwegs bin.. ;)

Der Weg bergab geht ordentlich in die Beine, aber der Ausblick auf das was einen erwartet, tröstet darüber hinweg.



Und dann steigt man die Stiege zur Kapelle empor. Auf beiden Seiten tobt der Atlantik… Man kommt wirklich ordentlich in‘s Pusten und auch in‘s Schwitzen, die Stiege hinauf. Doch man kann hier wirklich sagen, der Weg ist das Ziel. Diesen Weg muss man einfach mal gegangen sein. Im Sommer ist hier warhscheinlich proppevoll und man kann den Weg als Polonaise laufen ;) Die Kassenhäuschen sind im Winter geschlossen, wir dürfen also ohne Ticket hinauf zur Kapelle und dort wenigstens einmal die Glocke läuten. Und Bilder schießen… von hier oben sieht die Stiege noch einmal viel imposanter aus.



Zurück am WoMo entscheiden wir uns, doch noch ein paar Kilometer zu fahren und nicht hier auf dem PKW-Parkplatz zu nächtigen. Nur ein Stück weiter, gibt es einen Picknickplatz am Mirador Merendero, auf dessen Parkplatz wir die Nacht verbringen werden. Der Wind hat wieder zugelegt, wir drehen noch eine Runde mit den Hunden und dann die Heizung auf. Es ist wirklich ungemütlich geworden…. Aber dieser Tag war noch mal ein echter Höhepunkt.


Und dann heißt es so langsam wieder wirklich Richtung Heimat aufzubrechen. So laufen wir heute einen Lidl an und bunkern noch einmal Vorräte und dann schiebt sich der Schwede durch das Küstengebirge, immer in Richtung Frankreich. So etwa 30 km vor der Grenze habe ich einen Stellplatz im Grünen ausgemacht, wo es einen Servicepunkt gibt. Also können wir dort noch Entsorgen, bevor wieder Kilometer gemacht werden. Unterwegs gibt es ein paar Brötchen als Mittagsmahl und dann landen wir am frühen Nachmittag auf dem „Aeria Rural de Listorreta pour Campingcar“. Die Hunde bekommen einen kurzen Auslauf und dann trinken wir erst mal ein Käffchen in der Sonne. Der Solarkoffer versucht auch noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Ich ziehe mich um und schmeiß mich noch mal unter den Schweden, damit er sein Fett weg bekommt. Vollgetankt für 1,09 € der Liter, haben wir heute auch noch.

Die Hunde und wir bekommen noch einen Spaziergang rund um dieses weitläufige Arreal.

Der Smutje kocht jetzt lecker Klöße aus den harten Brötchen die mit wildem Schnittlauch, vom Smutje heute erst geerntet, aufgewertet werden. Dazu gibt es dann eine Pilzsoße. Na dann…..


19.-20.02 Mittwoch / Donnerstag


Fahrtage….das heißt den „Fahrriemen auflegen“ und los. Okay… mit so einem DüDo kann Strecke machen schon ein wenig langatmig werden. Aber so sind sie halt, die Oldies. Die wollen nicht gescheucht werden. Aber so waren sie auch schon als sie jung waren. 80 km/h reicht eben.

Und so machen wir am Mittwoch 559 km und am Donnerstag 539 km und sind somit am Abend des 20.02.2020 wieder in Deutschland. Tja, so richtig freuen können wir uns noch nicht. Natürlich freut man sich auf zu Hause und paar Freunde wollen wir auf die Schnelle auch noch besuchen. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, wären wir heute gerne Richtung Clermont Ferrand abgebogen und hätten von dort die A75 Richtung Südfrankreich / Spanien genommen….


So sind wir gestern also frühzeitig los in Spanien und haben gleich hinter der Grenze die französische Autobahn genommen, weil gerade der südwestlichste Zipfel für die allgegenwärtigen Kreisverkehre bekannt ist. Gleich hinter der Grenze sind das wohl auf 28 km, 30 Stück davon…

Also zahlen wir erst mal Maut. Schon irgendwie krass. Irgendeine Kamera erfasst Dich, also in diesem Fall natürlich den Schweden und ein Algorithmus teilt ihn in eine Kategorie ein. In unserem Fall in die Kategorie drei. Und dann darfst Du die Euronen in den Schlund des Automaten schmeißen und die Schranke öffnet sich zur Fahrt auf die A 63.

Wir zahlen einmal 3,80 €, dann 5,50 € und noch mal 8,50 €. Und verpassen die Abfahrt 11 und sausen in die nächste Mautstelle. Da verlangt der Automat dann 16,10 €. Vor den Schranken steht eine Horde junger Polizisten und Tinnen mit Maschinenpistolen vor dem Bauch. Wir stehen am Automaten, das Kleingeld reicht nicht mehr und wir kramen erst mal nach einem Schein. Und dann klimpert ewig lang das Kleingeld in das Rückgabefach. Mittlerweile steht die ganze Horde der Polente vor unserer Schranke und natürlich werden wir aufgefordert zu stoppen. Die Unterhaltung wird in englisch geführt.

Wo wir denn her kommen. Aus Spanien ! Ja wo wir denn in Spanien waren ?….

Tja wo…. na überall… 3 Monate… Urlaub… Winter…. Ob wir denn Alkohol oder Zigaretten an Bord hätten… Nee, haben wir nicht wir rauchen und trinken nicht… Nein ? Nein..! Wirklich… ? Ja , wir trinken nicht und rauchen nicht, aber Du kannst gerne reinkommen und gucken…

Kurz überlegt der junge Mann, dann streichelt er seine Maschinenpistole und deuten uns an, das wir weiter fahren dürfen…

Wir fahren also noch bis zur Ausfahrt 17 auf der A63, danach kommt die nächste Mautstelle. Wir sind somit 141 km mit Maut gefahren, was einen ungefähren Kilometerpreis von 24 Cent pro Kilometer macht. Ich finde das ganz schön happig. Auch wenn sich die französische „Mautbahn“ in einem absolut in tadellosen Zustand befindet.

Genächtigt haben wir in Gouzon, einem kleinen französischen Nest, in dem es einen kleinen Stellplatz gibt. Wir drehen noch eine größere Runde durch den Ort und dann ist es auch schon dunkel.




Heute früh brummt dann um 9 schon der Motor des Schweden und es geht weiter quer durch Frankreich… Immer dem südwestlichen Zipfel Deutschlands entgegen und so landen wir kurz vor 18 Uhr in Grunern. Hier habe ich uns einen Stellplatz ausgesucht, der ruhig sein soll. Ich laufe erst mal mit den Hunden eine große Runde und in der Zeit kocht der Smutje uns ein Abendessen… Dann geht die Sonne da drüben in Frankreich unter…

Ist richtig nett hier im Rheintal. Hinter uns beginnen schon die Berge und ganz in der Nähe grüßt die Burgruine Staufen....


21-23.02 Freitag/ Samstag / Sonntag


Besuchszeit, auch die muss man sich ab und an nehmen. Durch unseren Hof, der einer „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ bedarf, ist uns es ja nicht möglich Freunde die in ganz Deutschland verstreut wohnen, zu besuchen. Im Sommer bekommen wir daher einen ganzen Schwung Besuch bei uns auf dem Hof aber nun haben wir ja gerade die Möglichkeit, mal eben schnell bei ein paar Leuten zu stoppen. Quasi auf dem Weg nach Norden noch dem einen oder anderen guten Tag zu sagen. Die Fahrt über Franken war schon mit im Plan, denn der weibliche Teil der Schwedencrew stammt aus Franken und hat daher einen Großteil der Familie und auch viel Freunde in dieser Region wohnen.


Am Freitag Nachmittag landen wir in Obernesselbach, einem kleinen Dorf in der Nähe von Neustadt an der Aisch, in dem es seit letztem Jahr einen Freund aus Ostfriesland verschlagen hat. Nie hat es geklappt ihn in Ostfriesland zu besuchen, so nutzen wir die Gelegenheit jetzt bei ihm und seinen Partnerin in Franken vorbei zu schauen…



Dann geht es Freitag Vormittag weiter noch ein paar Kilometer über geschwungene Landstraßen bis in nach Westheim.

Wir kehren ein bei Micha und Manfred. Zwei ganz liebe Menschen, die uns schon im Sommer ganz kurz auf dem Hof besucht hatten. Dort verweilen wir zwei Stunden die natürlich viel zu kurz sind, aber so ist das eben.

Und weiter  geht es bis nach Haßfurt. Dort besuchen wir eine langjährige Freundin von Sonja und auch ihre Söhne kommen vorbei. Und so wird es nach zweistündigen Spaziergang noch ein langer Abend mit viel Sabbelei, bevor wir aufbrechen und ich den Schweden mit seinem „Siebziger-Jahre-Funzellicht“ acht Kilometer weiter steuere, auf einem Stellplatz in einer wirklich bezaubernden kleinen Stadt. Direkt hinter der Altstadt von Königsberg gibt es am Sportplatz einen Stellplatz mit Entsorgung.

Ich kann nur jeden empfehlen, der mal in Franken ist, diese bezaubernde Stadt zu besuchen. Die Architektur mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern begeistert mich jedes mal auf‘s Neue. Und keine Ahnung, aber irgendwie ist hier eine Energie die mich total beruhigt und wohlfühlen lässt. Vielleicht geht es dem einen oder anderen ja auch so, wenn er sich durch die Gassen dieser historischen Altstadt bewegt…

Leider haben wir jetzt echtes Schmuddelwetter. Die ganze Nacht hat es geregnet und auch jetzt lässt sich die Sonne nicht blicken. Aber so ist das eben, alles kann man nicht haben….

Nach einem Sonntagsfrühstück mit einer Freundin, sind die Frauen jetzt mit den Hunden unterwegs und erzählen sich bestimmt ganz viele Frauengeschichten, ich arbeite daran, das ihr mal wieder was von uns lest und werde mich dann frohen Mutes über den Abwasch hermachen, bevor dann heute Nachmittag noch mal Besuch am Schweden erscheint. Und der morgige Tag verläuft dann ähnlich… Vielleicht lässt sich die Sonne ja auch noch sehen, wünschenswert wäre das auf jeden Fall….



24.-26.02 Montag / Dienstag / Mittwoch


Mit Sonne ist es nicht wirklich was geworden am Montag. Eher mal eine kurzer Moment ohne Regen, damit man mal eine Hunderunde drehen kann.

Ansonsten haben wir im Schweden gekocht, gegessen und gesabbelt. Eine Menge Besuch kam vorbei und so verging der Tag relativ schnell.

Sonntag Nachmittag sind wir noch hoch hinauf gestiegen. Königsberg liegt ja in den Hassbergen und somit geht es dort ganz schön auf und ab. Gleich hinter unserem Stellplatz sind Hanggrundstücke, nicht breit aber sehr lang und steil dem Berg hinauf. Eine gute Freundin, die Steffi hat sich dort auf einem Grundstück ihren langgehegten Traum erfüllt. In zwei Jahren aufwendiger Arbeit hat sie mit Leuten die ihr Handwerk wirklich verstehen, einen Bauwagen komplett neu aufgebaut. Und der steht nun hoch droben über der Stadt Königsberg und schaut in‘s Land. An diesem Wochenende kann er sogar auf den Schweden schauen…..



Dienstag früh geht es dann weiter. Nach 40 Kilometern sind wir schon in Irmelshausen und damit bei der nächsten Freundin gelandet. Dort verweilen wir einen Moment und nach dem Mittag gibt es den ersten selbst gesammelten Bärlauch. Nach dreieinhalb Stunden geht es weiter. Noch mal zwei Stunden Fahrt und wir laufen gegen 17 Uhr in Thüringen in Clöswitz bei einer guten Bekannten ein.

Nach einem gesprächigen Abend schüttelt uns die ganze Nacht der Wind durch und es prasselt der Regen auf‘s Dach. Als ich heute morgen aus dem Fenster schaue, sehe ich das es eher Graupel und Schnee war, was da auf das Dach prasselte. Es ist winterlich weiß.

Schon um acht schiebt sich der Schwede über die Berge in Richtung A4.

Mittag machen wir in Torgau direkt an der Elbe und fahren dann noch ein paar Kilometer zu einem alten Bekannten, dem Thomas. Dort wird gesabbelt und mit den Hunden drehen wir eine große Runde. Dann wird der Schwede wieder gestartet und es geht noch ein paar Kilometer bis nach Annaburg zur nächsten guten Bekannten. Dort stehen wir jetzt auf dem Hof der ehemaligen Gaststätte „Zur Weintraube“. Den ersten Bärlauch haben die Frauen in das Abendessen mit eingearbeitet…

Nun bleiben uns nicht mehr viele Tage, bis wir den „Staffelstab der Hofbetreuung“ von Fine und Peter wieder übernehmen müssen.


27.-28.02 Donnerstag / Freitag


Wir sind aber auch Glückspilze. Hat der Februar dieses Jahr doch 29 Tage und abgemacht war mit unseren Hofwächtern, das wir Ende Februar zurück sind. So haben wir einen Tag länger ;)

Obwohl wir wirklich überlegt haben einfach von Annaburg durchzufahren. Es graupelt gar schrecklich auf dem Berliner Ring und Schnee ist angesagt. Erst wollten wir ja noch ein paar Bekannte, die eigentlich fast direkt an der Autobahn wohnen, besuchen. Aber erstens müssen beide gegen Mittag noch arbeiten, als wir in deren Nähe sind und dann habe ich von dem angesagten Schnee gelesen (der zu unserem Glück nur den Süden Deutschland heim sucht). Deshalb ziehe ich es doch vor den Schweden etwas mehr in Richtung Heimat zu bugsieren. Ich lege mal einfach so fest, das wir Abends nördlich von Berlin stehen wollen. Wir überlegen hin und her und rufen noch ein befreundetes Ehepaar an, aber auch dort ist der Mann nicht zu Hause und die Frau hat noch Besuch am Nachmittag.

Aber im Kopf hatte ich schon einen Plan und so verschlägt es uns nach Penzlin. Ich kenne da einen kleinen „wilden“ Parkplatz direkt in Sichtweite der Burg Penzlin. Hier richten wir uns ein zum Schlafen. Wir machen noch eine langen Spaziergang durch die schicke Altstadt von Penzlin und irgendwann gibt es dann Abendbrot. Als es so richtig schön dunkel ist, fällt die Heizung aus. Das Gas ist alle. Also heißt es raus in die Kälte des dunklen Abends und die zweite Flasche anschließen.

Aber der Ausblick zur Burg entschädigt…



Heute früh geht es dann nach dem Frühstück nur 11 km weiter nach Ankershagen. Ich bringe den Scheibenwischermotor, den ich in Portugal bei Mario in Empfang nehmen konnte und der von hier verschickt wurde, zurück. Leider hat der nicht so wirklich hingehaun… Aber manchmal ist das halt so. In Portugal war ich noch sauer, weil irgendwie ja doch die Tour sich zum Teil nach dem Scheibenwischermotor richten musste. Also wo der dann ankommt und wir ihn abholen können usw. Aber wer weiß warum das Schicksal dies so gedeichselt hat….

Die Rückgabe hat problemlos geklappt. So ist das jetzt ein weitgereister Wischermotor….


Mittag machen wir in Waren am Campingplatz. Da kann man nämlich entsorgen. Ist ja hier in Deutschland gar nicht so einfach Entsorgungsstellen zu finden die dann auch noch im Winter angelaufen werden können. Vorher habe ich noch mal 100 € in den Tank in Form von Diesel laufen lassen. Man weiß ja nie und vielleicht ist es besser einen gut gefüllten Tank am Schweden zu haben ;)

Der Smutje kocht uns ein Mittagsmahl und wir machen mit den Hunden noch einen schönen Spaziergang durch den Warener Stadtwald. Dann laufen wir einen Lidl an und fahren noch mal 20 Kilometer zu einer Freundin in Mittelerde, das eigentlich Mittelhof heißt ;) Ein kleines Dörfchen mit ein paar Häusern in einer Auenlandschaft nennt sich Mittelhof und irgendwie fühlen wir uns immer nach Mittelerde versetzt, wenn wir hier sind...

Jetzt stehen wir vor dem Haus unserer Freundin und warten das sie eintrifft. Sie weiß das wir kommen und freut sich schon...und wir auch. Dies wird dann die letzte Station unserer dreimonatigen Reise sein. Morgen stehen wir dann wieder an dem bunten Haus...